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Aktuelles Weltbild

Die Aktienmärkte weltweit haben einen positiven Jahresstart hingelegt, wobei europäische Aktien und vor allem Aktien aus den Schwellenländern besser abgeschnitten haben als US-amerikanische Aktien. Weder Zinserhöhungen der US-Notenbank noch ein Renditeanstieg bei Staatsanleihen konnten die Kursbewegung stoppen. Wichtige Stimmungsindikatoren bei Unternehmen wie auch Konsumenten sind so hoch wie schon lange nicht mehr. Zudem sinken in Europa die politischen Risiken. Der ausgebliebene Rechtsruck in den Niederlanden hat ebenso zur Stimmungsaufhellung beigetragen wie ein nach aktuellen Umfragen unwahrscheinlicher Wahlsieg Le Pens in Frankreich. .

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

  • Die wirtschaftliche Dynamik hat zuletzt wieder an Fahrt gewonnen. Speziell die europäischen Volkswirtschaften werden wieder deutlich positiver eingeschätzt.
  • In den USA wird ebenfalls ein stärkeres Wachstum als 2016 erwartet. Hoffnungen auf zusätzliche positive Impulse durch die Politik der neuen US-Regierung scheinen jedoch etwas überzogen.
  • Für Japan wird ein moderates Wachstum erwartet. China befindet sich weiterhin auf einem soliden Wachstumspfad.

Notenbankpolitik

  • Die Notenbanken in Europa und Japan verfolgen weiterhin eine expansive Geldpolitik.
  • In den USA hat die FED im März eine weitere Zinserhöhung vorgenommen, weitere Zinsschritte werden im Laufe des Jahres folgen. Dennoch dürfte die Geldpolitik zugunsten der Konjunktur weiterhin locker bleiben.

Währungen

  • Der Euro konnte sich zuletzt gegenüber den wichtigsten Währungen aufwerten. Abnehmende politische Risiken sowie bessere Konjunkturaussichten locken vermehrt ausländische Investoren an.
  • Auch die Währungen der meisten Schwellenländer profitieren aufgrund stabiler Konjunkturaussichten von zunehmendem Anlegerinteresse .

Aktienmärkte

  • Das fundamentale Umfeld für Aktien hat sich weiter verbessert: Steigende Unternehmensgewinne sowie sich verbessernde Konjunkturaussichten wirken unterstützend.
  • Europäische Aktien geraten wieder mehr in den Fokus internationaler Investoren. Die bevor-stehende Wahl in Frankreich verhindert aktuell weitere Kursgewinne.
  • In den USA hingegen wird man etwas vorsichtiger. Die Umsetzung der Wahlversprechen gestaltet sich wohl schwieriger als gedacht.

Rentenmärkte

  • Der Anstieg der Inflation ist erst einmal gestoppt.
  • Gleichzeitig haben sich politische Risiken in Europa leicht reduziert.
  • In der Folge haben sich die Renditen zuletzt wieder etwas zurück gebildet.
 

Gesamtwirtschaftliches /monetäres Umfeld

 

Das konjunkturelle Umfeld hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. Befürchtungen über eine Delle nach dem Brexit-Votum vom letzten Sommer schienen übertrieben. Im Gegenteil – rund um den Globus erreicht die Stimmung von Unternehmen und Konsumenten mehrjährige Höchststände und ist insgesamt so gut wie zuletzt vor der Finanzkrise.

Das monetäre Umfeld in Europa und Japan bleibt weiterhin unterstützend. Lediglich die amerikanische FED hat ihren der Kurs leicht geändert: Im März wurden die Leitzinsen in den USA zum zweiten Mal nach der US-Wahl erhöht. Weitere Zinserhöhungen im Laufe des Jahres wurden zudem in Aussicht gestellt. Selbst wenn die FED die Zinsen bis Ende des Jahres auf 1,5% – 1,75% erhöhen sollte, bleibt bei einer erwarteten Inflationsrate von 2,5% der reale Leitzins immer noch deutlich negativ.

Neben der Zinspolitik wird jedoch eine weitere geldpolitische Maßnahme derzeit diskutiert: Während in Europa, Japan und Großbritannien die Notenbanken weiterhin Anleihen aufkaufen, hat in USA die FED das Kaufprogramm vor einiger Zeit gestoppt. Es gibt innerhalb der FED sogar Überlegungen, wann und in welchem Umfang der gekaufte Anleihebestand wieder abgebaut werden könnte. Aber auch diese Maßnahme würde, wenn sie denn erfolgen sollte, möglichst marktschonend und damit ohne größere negative Einflüsse umgesetzt werden.

 

Ausblick Aktienmärkte

 

Die Voraussetzungen für weiter steigende Aktienkurse sind weiterhin gegeben: Die gute Stimmung in der Wirtschaft und bei den Konsumenten sollte sich bald in der wirtschaftlichen Entwicklung wiederspiegeln. Auf der Unternehmensseite hat die Gewinndynamik zuletzt deutlich zugelegt. Somit können mit steigenden Unternehmensgewinnen auch weitere Kurssteigerungen erwartet werden. Von den Notenbanken weltweit ist kein Gegenwind zu erwarten. Verzinsliche Anlagen bieten trotz des Zinsanstiegs der letzten Monaten keine rentierlichen Alternativen.

Der regionale Anlegerfokus hat sich zugunsten europäischer Aktien verschoben. Die günstigen zyklischen Daten haben dazu beitragen, dass die Märkte weitgehend unberührt von politischen Unsicherheiten und Kursschwankungen an den Anleihenmärkten geblieben sind. Die Bewertungen am europäischen Aktienmarkt sind zum Teil noch günstig. Bei US-amerikanischen Aktien hingegen ist man etwas vorsichtiger geworden. Auch wenn die US-Wirtschaft höhere Wachstumsraten als die europäische Volkswirtschaften aufweist, kehrt Ernüchterung hinsichtlich der Umsetzung der Wahlversprechen der neuen US-Regierung ein.

Politische Risiken könnten das positive Umfeld eintrüben: Ein derzeit unerwarteter Wahlsieg von Le Pen in Frankreich, ein weiter zunehmender innenpolitischer Widerstand in den USA gegen die geplanten Maßnahmen der neuen US-Regierung oder zunehmende Spannungen in Syrien oder Nordkorea könnten das Geschehen an den Märkten bestimmen.

 

Ausblick Rentenmärkte

 

Im Zuge der US-Wahlen und anziehender Inflationsraten sind die Renditen globaler Staats-anleihen zuletzt deutlich gestiegen, teilweise um 1%-Punkt seit Herbst letzten Jahres bei 10-jährigen US-Anleihen. Auslöser für den Inflationsschub waren deutlich gestiegen Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Effekt läuft allmählich aus, in der Folge haben sich die Inflationsraten im März wieder zurückgebildet. Wir rechnen in den nächsten Monaten nicht mit nachhaltig steigen Preisen. Damit fehlt bei festverzinslichen Anlagen die Basis für deutlich ansteigende Renditen. Das Niedrigzinsniveau und ein nach Abzug der Inflationsrate negativer Realzins wird uns wohl noch einige Zeit erhalten bleiben.

Auch wenn wieder zum Teil attraktive positive Renditen bei festverzinslichen Anlagen zu erzielen sind, bleiben Investments in diesem Bereich herausfordernd: Steigende Inflationsraten sowie ein weiter moderat steigendes Renditeniveau können reale Erträge sehr schnell negativ werden lassen. Einen gewissen Schutz bieten inflationsgeschützte Anleihen. Darüber hinaus sollte man weiterhin im eher mittleren Laufzeitbereich investiert bleiben . Anleihen in Fremdwährungen können zudem zusätzliche Ertragsquellen in Form von höheren Zinsen sowie zusätzlichen Devisenkursgewinnen liefern.

Weltbild zum April 2017