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Weltbild Febriar 2018

Nach der sehr guten Wertentwicklung globaler Aktien im letzten Jahr sind die Märkte deutlich unruhiger ins neue Jahr gestartet. Nach anfänglichen Kursgewinnen haben die Aktienmärkte deutliche Korrekturen verbucht. Dabei hat die Volatilität, die im Jahr 2017 auf Rekordtiefstände gesunken war, deutlich zugenommen. Ein schneller Zinsanstieg bei langlaufenden Staatsanleihen, bedingt durch die gute konjunkturelle Situation und leicht ansteigender Inflationserwartung, ließ Befürchtungen über eine möglicherweise deutlich restriktivere Geldpolitik der Notenbanken aufkommen. Das konjunkturelle Umfeld ist jedoch weiterhin unverändert gut, so dass wir von einer Korrektur sprechen und nicht mit einer längeren Abwärtsbewegung rechnen.

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

  • Die Konjunkturerholung setzt sich weltweit fort. Allerdings ist nicht mehr mit einer so deutlichen Verbesserung der Wachstumsraten wie im Vorjahr zu rechnen.
  • In den wichtigsten Industrieländern ist seit einiger Zeit ein Anstieg der Inflationsraten zu beobachten, was die Notenbanken allmählich zu einer etwas normalen Geldpolitik zurückkehren lässt.
  • Dennoch bleibt das monetäre Umfeld weiterhin unterstützend für die Weltwirtschaft.

Notenbankpolitik

  • In den USA wird die Notenbank FED auch in diesem Jahr die Zinsen sukzessive erhöhen. Zudem wird durch eine Reduzierung der Bilanzsumme den Märkten etwas Liquidität entzogen.
  • In der Eurozone und in Japan hingegen bleibt die Geldpolitik bis auf weiteres expansiv, auch wenn die Maßnahmen leicht zurück gefahren werden.

Währungen

  • Unerwartet stark hat sich der Euro im letzten Jahr gegenüber den meisten Währungen entwickelt.
  • Eine größer werdende Zinsdifferenz zugunsten des US-Dollar wird weiteres Aufwärtspotential begrenzen.
  • Dennoch rechnen wir nicht mit einer grundsätzlichen Euroschwäche in den nächsten Monaten.

Aktienmärkte

  • Nach den deutlichen Kursgewinnen 2017 haben die Aktienmärkte zum Jahresstart erstmals seit langem deutliche Korrekturen hinnehmen müssen.
  • Die gute konjunkturelle Entwicklung in Kombination mit steigenden Unternehmensgewinnen sollte im Jahresverlauf wieder für steigende Kursnotierungen sorgen.
  • Die weitere Politik der Notenbanken wird jedoch einen starken Einfluss auf die Stimmung an den Kapitalmärkten haben.

Rentenmärkte

  • Ein leichtes Anziehen der Inflationsraten sowie eine allmähliche Normalisierung der Geld-politik haben in den letzten Wochen zu deutlich ansteigenden Renditen geführt.
  • Vom derzeitigen Niveau sehen wir aktuelle jedoch keine weiteren Zinssteigerungen.
 

Gesamtwirtschaftliches /monetäres Umfeld

 

Die deutliche Zunahme der konjunkturellen Entwicklung im abgelaufenen Jahr hat viele überrascht. Der Aufschwung verlief dabei sehr homogen über alle wichtigen Wirtschaftsregionen, auch bei den Schwellenländern haben Russland und Brasilien die Rezession überwunden. Auch wenn wir uns in einer Spätphase der konjunkturellen Dynamik befinden, wird sich der Aufschwung im laufenden Jahr aller Voraussicht nach fortsetzen. In letzter Zeit ist jedoch eine leichte Zunahme der Inflationsraten zu beobachten. Ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit kräftigen Lohnzuwächsen kann für einen weiteren Preisauftrieb sorgen. Besonders kann man dies an der zuletzt deutlich gestiegenen Inflationserwartung des Marktes anhand inflationsgeschützter Staatsanleihen ablesen, die zum Teil über dem Inflationsziel der jeweiligen Notenbank liegen.

Dementsprechend wird die Geldpolitik der großen Notenbanken, die in den letzten Monaten den Schritt zu einer allmählichen Normalisierung vollzogen haben, sehr genau beobachtet werden. Befürchtungen über eine stärkere Straffung haben in den letzten Wochen bereits zu einem deutlichen Anstieg der Renditen und größeren Turbulenzen an den Aktienmärkten geführt.

Dennoch rechnen wir nicht mit einem abrupten Wechsel der aktuellen Notenbankpolitik. Auch wenn die Zeit der sehr expansiven Geldpolitik vorbei ist, bleibt sie im aktuellen Marktumfeld weiterhin unterstützend.

 

Ausblick Aktienmärkte

 

Nach dem ruhigen Verlauf der Aktienmärkte und zweistelligen Kurszuwächsen im letzten Jahr sind die Kapitalmärkte weltweit mit deutlichen Turbulenzen ins neue Jahr gestartet. Teilweise sind die großen Indizes auf Niveaus vom letzten September zurück gefallen und die Volatilität ist deutlich angestiegen. Wir betrachten die Kursrückgänge der letzten Wochen jedoch nicht als generelle Trendumkehr, sondern als überfällige Korrektur auf die vorangegangenen Gewinne.

Die Bewertungen haben sich in den letzten Tagen wieder deutlich zurück gebildet und die Aufschläge auf die langjährigen Durchschnitte haben sich abgebaut. Damit sind die Aktienmärkte weltweit wieder attraktiv bewertet. Die gute konjunkturelle Entwicklung wird auch im laufenden Jahr für steigende Unternehmensgewinne sorgen und damit besteht weiterhin gutes Kurspotential für Aktien.

Kurzfristig rechnen wird jedoch mit erhöhter Nervosität und größeren Schwankungen. Dabei wird die aktuelle Notenbankpolitik sowie die weitere Entwicklung der Inflationsraten sehr genau beobachtet.

 

Ausblick Rentenmärkte

 

In den ersten Wochen des neuen Jahres haben sich die Renditesteigerungen globaler Staatsanleihen nochmals beschleunigt. Dabei wurden in den USA Renditeniveaus wie zuletzt Ende 2013 erreicht. In Deutschland und Großbritannien war der Anstieg nicht ganz so deutlich, aber auch hier liegt das Niveau deutlich über dem der letzten zwei Jahre.

Gerade am Zinsmarkt zeigen sich die Effekte, die sich im späten Zyklus eines Konjunkturaufschwungs bemerkbar machen: Niedrige Arbeitslosigkeit in Kombination mit hoher Kapazitätsauslastung der Industrie führen zu steigenden Löhnen, die sich in der Regel mit einer gewissen Verzögerung auch in höheren Inflations-raten zeigen. Auch wenn diese Tendenz in der aktuellen Situation deutlich schwächer ist als in vorangegangenen Zyklen, ist das Grundmuster identisch. Damit ist der bereits eingeschlagene Weg der geldpolitischen Normalisierung richtig und auch notwendig. Es wird allerdings nicht zu einer schlagartig rezessiven Geldpolitik kommen, so dass vom derzeitigen Niveau keine weiteren deutlichen Zinssteigerungen zu erwarten sind.

So bieten sich trotz des gestiegenen Renditeniveaus in den meisten Bereichen von festverzinslichen Anlagen kaum Anlagen, die nach Abzug der Inflationsrate einen positiven Ertrag sichern. Alternativ bieten sich als Beimischung Fremdwährungsanleihen und Anleihen schlechterer Qualität an, ein aktives Management ist in diesem Bereich jedoch unerlässlich.

Weltbild Februar 2018