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Marktbericht zum 3. Quartal 2018

Politische Faktoren, die bereits im ersten Halbjahr für erhöhte Nervosität gesorgt haben, hielten auch im abgelaufenen Quartal die Kapitalmärkte fest im Griff. Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, das Chaos in der britischen Regierung um die Brexit-Verhandlungen sowie die Ausgabenpläne der neuen italienischen Regierung haben die Risikobereitschaft der Investoren deutlich abgeschwächt. Hinzu kommt eine Währungskrise in einigen Schwellenländern, die allerdings eher hausgemacht ist und nicht als Schwäche insgesamt für die Volkswirtschaften der Schwellenländer interpretiert werden kann. All das hat dazu geführt, dass die positive Erwartung noch zu Jahresanfang gerade für die europäischen Volkswirtschaften einer gewissen Normalität gewichen ist. Sowohl die Prognosen für das Wirtschaftswachstum wie auch für das Wachstum der Unternehmens-gewinne wurden leicht reduziert. Rechnete man beispielsweise zum Jahreswechsel für Deutschland noch mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5%, geht man aktuell von einer Wachstumsrate für 2018 von knapp unter 2% aus. In den USA hingegen hat sich das konjunkturelle Umfeld weiter verbessert. Anders als in Europa wurden die Wachstumsprognosen wie auch die Erwartungen hinsichtlich der Unternehmensgewinne im Laufe der letzten Monate nach oben angepasst. Haupttreiber ist hier vor allem die Ende letzten Jahres erfolgte Steuerreform in den USA. Die seit Juni 2009 andauernde Aufwärtsphase, die zudem die zweitlängste seit 70 Jahren ist, dürfte sich auch im Jahr 2019 fortsetzen. . Die Situation in den Schwellenländern stellt sich aktuell unterschiedlich dar: Steigende US-Zinsen und Rohölpreise bringen vor allem die Volkswirtschaften unter Druck, die eine hohe Auslandsverschuldung haben sowie einen großen Teil ihres Energiebedarfs importieren müssen. Fallende Aktien- und Devisenkurse sind die Folge; teilweise wirkten länder-spezifische Faktoren wie in der Türkei zusätzlich belastend. Insgesamt ist es so, dass sich das Wirtschaftswachstum der großen Volkswirtschaften nicht mehr ganz so homogen entwickelt wie noch zum Jahreswechsel erwartet. Eine sich verschärfende wirtschaftliche Abschwächung bis hin zu einer Rezession ist jedoch in keiner wirtschaftlich wichtigen Region der Welt zu erwarten. Aufgrund der weiterhin robusten Situation der Weltwirtschaft werden die Notenbanken der USA und der Eurozone ihren Weg der allmählichen geldpolitischen Normalisierung weiter gehen. Von den US-Währungshütern werden bis Ende 2019 weitere Zinserhöhungen erwartet. Die sehr gute konjunkturelle Situation hat auch dazu geführt, dass sich die Rendite von US-Staatsanleihen deutlich nach oben bewegt hat. Die EZB wird in einer ersten Maßnahme das seit März 2015 laufende Anleiheankauf-programm aller Voraussicht nach Ende dieses Jahres auslaufen lassen. Erste Zins-erhöhungen werden hier allerdings nicht vor Sommer 2019 erwartet. Auch wenn die EZB die extrem lockere Geldpolitik etwas zurückführt, ist bis ins nächste Jahr keinesfalls mit einer restriktiven Geldpolitik zu rechnen. Nennenswerte Zinsanstiege bei Anleihen sind daher nicht zu erwarten, das Renditeniveau wird sich in vielen Anleihebereichen weiterhin unterhalb der Inflationsrate bewegen. Das konjunkturelle und geldpolitische Umfeld spricht vor allem für Investments in europäische Aktien, aber auch US-Aktien bleiben weiterhin interessant. Allerdings bremst die derzeitige politische Unsicherheit bezüglich der künftigen Handelspolitik der USA, der Haushaltspolitik Italiens und der stockenden Verhandlungen des Brexit den Risikoappetit der Investoren. Erst wenn sicher gestellt ist, dass aus den politischen Entscheidungen keine wesentlichen Störungen der konjunkturellen Entwicklung resultieren, können die Aktienmärkte wieder ihre Aufwärtsbewegung der letzten Jahre fortsetzen. Gleiches gilt für die Aktienmärkte der Schwellenländer. Hier liegt der Schlüssel in der Entschärfung des Handelskrieges zwischen den USA und China und der Entwicklung der US-Zinsen